Master Psychologie: Berufliche Perspektiven

Berufsfelder in der Klinischen Psychologie

Die Nachfrage war hoch, das Interesse deutlich spürbar: Die zweite Veranstaltung der Reihe Master Psychologie: Berufliche Perspektiven knüpft an den erfolgreichen Auftakt an und richtet den Fokus gezielt auf die Klinische Psychologie. Denn auch hier gilt: Psycholog:in ist kein eindimensionaler Beruf. Zwischen Studium und Berufspraxis liegen zahlreiche Möglichkeiten. Drei erfahrene Psychologinnen aus unterschiedlichen Bereichen der Klinischen Psychologie geben Einblicke in ihre beruflichen Wege und zeigen die Vielfalt des Berufsfelds.

Claudia Gutmann (Dipl.-Psychologin) berichtet aus ihrer Tätigkeit als Leiterin im psychoonkologischen Dienst, Alexandra Lambrecht (M.Sc. Psychologie) aus ihrer Arbeit als psychologische Psychotherapeutin in einer Rehabilitationsklinik und Christiane Patjens (M.Sc. Psychologie) aus ihrer eigenen Praxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie, sowie ihrer Tätigkeit im psychologischen Fachdienst eines Berufsbildungswerks.

Moderation und Austausch

Durch den Abend führen die Psychologinnen aus dem MEU-Team Julia Rosenbaum (wissenschaftliche Mitarbeiterin | Studiengansmanagement) und Danielle Schewe (wissenschaftliche Mitarbeiterin | Studiengangsentwicklung). Gemeinsam mit den drei Speakerinnen ordnen sie Perspektiven ein und begleiten durch zentrale Fragen: Welche Wege eröffnen sich nach dem Master konkret? Welche Rolle spielen Spezialisierungen? Wie lässt sich der eigene berufliche Weg aktiv gestalten? Und wie gelingt der Einstieg in unterschiedliche Versorgungsbereiche? Der Austausch lebt vom Dialog. Schon vorab können Sie gern konkrete Fragen an uns per Mail senden, im zweiten Teil gibt es Raum für offene Diskussionen.

Als Zoom-Veranstaltung bringt die Veranstaltung Interessierte und Studierende direkt mit erfahrenen Psychologinnen aus der Praxis zusammen und macht deutlich, wie vielfältig klinisch-psychologische Berufswege heute aussehen – differenziert und praxisnah.

Klinische Psychologie weiterdenken

Die Veranstaltung zeigt, wie psychologisches Wissen in der Praxis wirkt. Klinische Psychologie bedeutet Diagnostik, Beratung, Prävention und Rehabilitation und eröffnet vielfältige Tätigkeitsfelder in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Beratungsstellen oder in eigener Praxis. Der Weg in die Praxis ist nicht auf die klassische Psychotherapie mit Approbation begrenzt. Spezialisierungen, Zusatzqualifikationen und individuelle Interessen eröffnen vielfältige zusätzliche Perspektiven und machen das Berufsfeld dynamisch und anschlussfähig.

Julia Rosenbaum, Danielle Schewe

Speaker:innen: Drei Perspektiven, drei Wege in die Praxis

Christiane Patjens

Christiane Patjens

M.Sc. Psychologin | Heilpraktikerin für Psychotherapie

Christiane Patjens ist M.Sc. Psychologin und arbeitet mit der staatlichen Heilerlaubnis einer Heilpraktikerin für Psychotherapie in eigener Praxis. Ihr beruflicher Weg begann dabei zunächst im Bereich der Sozialen Arbeit und entwickelte sich über verschiedene Stationen hin zur psychotherapeutischen Tätigkeit. Frau Patjens arbeitet heute drei Tage die Woche ambulant und begleitet im Schwerpunkt Menschen mit Traumafolgestörungen. Ergänzend dazu ist Sie in Teilzeit im psychologischen Fachdienst eines Berufsbildungswerkes angestellt. Aus ihrer Perspektive ergeben sich sowohl selbstständig als auch angestellt vielfältige Möglichkeiten für Absolvent:innen eines Masterstudiums in Psychologie, insbesondere für diejenigen, die die Freiheit schätzen, in beiden Welten zu Hause zu sein.

Claudia Gutmann

Claudia Gutmann

Dipl. Psychologin

Claudia Gutmann ist Diplom-Psychologin und leitet den Psychoonkologischen Dienst am AGAPLESION Markus Krankenhaus. Sie begleitet Menschen mit einer Krebserkrankung und deren Angehörige in belastenden Lebenssituationen und verfügt über langjährige Erfahrung in der psychosozialen Versorgung. Aus ihrer Perspektive bietet die Psychoonkologie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für Absolvent:innen eines Masterstudiums in Psychologie, insbesondere für diejenigen, die sich über gezielte Weiterbildungen spezialisieren möchten.

Alexandra Lambrecht

Alexandra Lambrecht

M.Sc. Psychologin

Alexandra Lambrecht ist als psychologische Psychotherapeutin und in einer Rehabilitationsklinik tätig. Dort arbeitet sie mit Patient:innen, die nach körperlichen oder psychischen Erkrankungen Unterstützung bei der Stabilisierung und Rückkehr in den Alltag und Beruf benötigen. Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen im interdisziplinären Setting der Rehabilitation. Aus ihrer Perspektive eröffnet die Rehapsychologie vielfältige berufliche Möglichkeiten für Absolvent:innen eines Masterstudiums in Psychologie – auch jenseits der Approbation, durch Spezialisierung und praktische Erfahrung in diesem Versorgungsbereich.

Klinische Psychologie & Psychologisches Empowerment

Typische Arbeitsfelder:

  • Klinisch-psychologische Diagnostik in sämtlichen Versorgungseinrichtungen
    • Intelligenz-, Persönlichkeits-, Leistungs- und neuropsychologische Testungen
    • Diagnostik bei psychischen Störungen zur Differentialdiagnose oder Verlaufskontrolle
    • Einsatz in Kliniken (z. B. Psychiatrie, Psychosomatik, Neurologie, Rehabilitationszentren)
  • Psychologische Beratung und Begleitung
    • Unterstützung bei Belastungen, Anpassungsproblemen, Krankheitsbewältigung (z. B. Onkologie, Schmerzmedizin)
    • Gesundheitsförderung und Prävention in Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen
    • Arbeit als Psycholog:in in Beratungsstellen oder in der Krisenintervention
  • Neuropsychologie (ggf. mit Zusatzausbildung)
    • Diagnostik und Rehabilitation nach Hirnverletzungen, Schlaganfällen oder neurodegenerativen Erkrankungen
  • Rehabilitationspsychologie
    • Förderung der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung
    • Wiedereingliederung in Alltag, Schule und Beruf
  • Entwicklung und Evaluation von Präventionsprogrammen (Stressbewältigung, Suchtprävention, Resilienzförderung)
  • Mitwirkung an Projekten der Gesundheitspsychologie auch in Betrieben und größeren Konzernen, auch mit Hilfe des Empowerment-Ansatzes
  • Arbeit in Krankenkassen, Gesundheitsämtern, Ministerien oder NGOs, die Gesundheitsförderung betreiben
  • Leitungs- und Steuerungsfunktionen in Einrichtungen des Gesundheitswesens, bei Trägern oder im öffentlichen Dienst
  • Abschluss bietet die Möglichkeit zur Promotion!
  • Grundlagen- und Anwendungsforschung zu psychischen Störungen, Interventionsmethoden, Versorgungsstrukturen
  • Entwicklung und Evaluation digitaler Interventionen (z. B. Apps, Online-Trainings)
  • Hochschulen, Forschungsinstitute, Universitätskliniken
  • Lehre in Psychologie-Studiengängen oder gesundheitsbezogenen Fächern
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
    • Entwicklung von Programmen zur Stressprävention, Suchtprävention, Burnout-Prophylaxe
    • Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeitende
  • EAP (Employee Assistance Programs)
    • Psychologische Beratung für Mitarbeitende in Unternehmen
  • Gutachtertätigkeit
    • z. B. im Rahmen von Arbeitsunfähigkeitsbegutachtungen oder Erwerbsminderungsfragen
  • Erstellung forensisch-psychologischer Gutachten (z.B. Schuldfähigkeit, Prognose, Glaubhaftigkeit) – erfordert ggf. noch eine Weiterbildung
  • Arbeit in Justizvollzugsanstalten, Maßregelvollzug, Jugendhilfeeinrichtungen
  • Klinisch-psychologische Beratung in der Kinder- und Jugendhilfe (z. B. Erziehungsberatungsstellen)
  • Arbeit mit Familien, Geflüchteten oder benachteiligten Gruppen (Traumaberatung, Krisenintervention)
  • Supervision, Weiterbildung, Workshops im Bereich Gesundheit, Stressmanagement, Kommunikation
  • Klinisch-psychologische Beratung, Coaching, Trainings (solange nicht Psychotherapie im engeren, heilkundlichen Sinn praktiziert wird)
  • oftmals direkte Zulassung als Heilpraktiker:in für Psychotherapie (d.h. Behandlungserlaubnis/Heilkunde für Psychotherapie) mit unserem Master möglich

Hinweis: In vielen Gesundheitsämtern bietet unser Master den direkten Zugang zur Zulassung als Heilpraktiker:in für Psychotherapie, somit dürfen Sie Patient:innen heilkundlich mit den Mitteln der Psychotherapie in einer Privatpraxis behandeln.

Sollte unser Master Klinische Psychologie & Psychologisches Empowerment in Ihrem Gesundheitsamt nicht akzeptiert werden (Sie können dies auch vorab erfragen, ob ein klinischer Psychologie-Master ausreicht), so bieten wir im Rahmen unseres Masterstudiums in Kooperation mit der anerkannten Heilpraktikerschule Isolde Richter einen Online-Vorbereitungskurs auf die mündliche und schriftliche Kenntnisprüfung für den Heilpraktiker mit Beschränkung auf Psychotherapie an. Mehr zu diesem exklusiven Angebot erfahren Sie hier.

Berufliche Perspektiven (M.Sc. Psychologie)

Video Auftaktveranstaltung

Vier Schwerpunkte, vier Wege – ein Ziel:
Master Psychologie (M.Sc.)

Familienpsychologie
Klinische Psychologie & Psychologisches Empowerment
Public Mental Health
Schulpsychologie & Pädagogische Psychologie

Public Mental Health

Typische Arbeitsfelder:

  • öffentlicher Gesundheitsdienst (Gesundheitsämter, Landesbehörden)
  • Präventionseinrichtungen, Quartiersmanagement
  • Krankenkassen und Versicherungen
  • NGOs, Stiftungen, Wohlfahrtsverbände
  • Forschung und Promotionsmöglichkeiten
  • betriebliche Gesundheitsförderung (psychische Gefährdungsbeurteilungen)
  • digitale Mental-Health-Unternehmen
  • kommunale Gesundheitsplanung

Schulpsychologie & Pädagogische Psychologie

Typische Arbeitsfelder

  • Schulpsychologische Dienste
  • Schulämter und Bildungsverwaltung
  • Lernförderung und pädagogische Diagnostik
  • Evaluation und Qualitätssicherung
  • schulnahe Unterstützungseinrichtungen

Familienpsychologie

Typische Arbeitsfelder

  • Vermittlung familienpsychologischer Gutachten durch ausgewiesene Expert:innen im angewandten Familienrecht
  • Spezialmodule zu systemischer Beratung und Therapie (Paar- und Familientherapie; Sexualtherapie)
  • Zusammenarbeit mit anerkannten systemischen Weiterbildungsinstituten in den praxisorientierten Modulen
  • Zusammenarbeit mit anerkannten systemischen Weiterbildungsinstituten in den praxisorientierten Modulen
  • Anrechnung von Teilen des Studiums auf systemische Weiterbildungen (je nach Institut)